"Nachhaltigen Tourismus“ zu definieren fällt schwer. Denn Reisen an sich ist nicht nachhaltig.

Zu groß sind der dabei der CO2-Abdruck, den wir hinterlassen, der Beitrag zum Ressourcenschwund und der Eingriff in die ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen vor Ort.

Der Tourismus ist jedoch auch einer der weltweit größten Wirtschaftszweige, schafft unzählige Arbeitsplätze und trägt zur Entwicklung von Destinationen auch außerhalb der touristischen Anlagen bei.

Moderner und zukunftsorientierter Tourismus muss daher das Ziel verfolgen, die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten.

Doch wo setzt man an?

Eine Vielzahl von Organisationen, Instituten und Gremien beschäftigt sich weltweit mit der Frage, was genau nachhaltigen Tourismus ausmacht und wie er umgesetzt werden kann. So z.B. das “Global Sustainable Tourism Council”, “The International Ecotourism Society” oder “Fair Unterwegs”. Genauso vielfältig wie die Organisationen sind auch die Definitionen für „nachhaltigen Tourismus“, „Öko-Tourismus“ oder „fairen Tourismus“.

Die Weltorganisation für Tourismus (UNTWTO) beschreibt Tourismus entsprechend der Zielsetzung der nachhaltigen Entwicklung als:

“Tourismus, der seine gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollständig berücksichtigt und auf die Bedürfnisse der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Aufnahmegemeinschaften eingeht.”

Viele der verschiedenen Ansätze in der Suche nach einer Definition und Zielsetzung überschneiden sich in wesentlichen Bereichen:

1. Ökologische Aspekte

In fast allen Definitionen spielt die Verringerung des Einflusses auf die Umwelt eine wesentliche Rolle. Beginnend bei der unkontrollierten touristischen Nutzung von Land und Boden, über den Ressourcenverbrauch in den Unterkünften bis hin zur Wahl des Transportmittels – die ökologischen Auswirkungen des Tourismus auf die Region und den Klimawandel sind enorm.

Ansätze, die diese reduzieren oder ausgleichen sollen, sind häufig jene, die Reisenden selbst steuern können bzw. erleben: CO2-Ausgleichszahlungen für die Flugreise oder die Entscheidung für den Zug, „no plastic“ und „no waste“ Ansätze in den Unterkünften oder energie- und ressourcenschonende Bauweisen der Hotels.

2. Ökonomische Aspekte

Die nachhaltige Entwicklung einer Destination beinhaltet in vielen Definitionen von nachhaltigem Tourismus auch die Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft. Die ökonomische Wertschöpfung und die Verteilung des erwirtschafteten Gewinns sollen dabei vorrangig in der Region der Destination erfolgen. Lokale Arbeitsplätze zu schaffen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszubilden und fair zu bezahlen sowie mit lokalen Anbietern zu kooperieren sind dabei die Zielsetzung. Erfolgreiches ökonomisches Handeln und ökologisches und soziales Wirtschaften schließen sich dabei nicht aus.

3. Soziale und kulturelle Aspekte

Die soziale Dimension des Tourismus zu messen ist häufig komplex, dennoch wird dieser Bereich in einer Vielzahl von Definitionen des nachhaltigen Tourismus betont. Negative soziale Auswirkungen zu vermeiden, wie die Umsiedelung von lokaler Bevölkerung oder der Verletzung von Menschenrechten im Arbeitsumfeld, steht dabei im Fokus wie die Zielsetzung, aktiv zur Verbesserung des sozialen Umfelds der lokalen Bevölkerung beizutragen. Dies beispielsweise durch die Schaffung stabiler Arbeitsplätze in der Region oder die Förderung des interkulturellen Austauschs. Stets eng verbunden mit kulturellen Aspekten wie dem Erhalt und der Förderung von regionalen Kulturgütern und Traditionen.

 

Eine allgemein gültige, einheitliche Definition von nachhaltigem Tourismus liegt also nicht vor, auch wenn sich viele Bereiche in verschiedenen Ansätzen überschneiden. Unabhängig von der Definition bleibt dabei stets das Ziel im Mittelpunkt: die Umsetzung der ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Zielrichtungen.

 

Für eine Übersicht der gängigsten Eco-Labels geht es hier zum Beitrag- 

 

https://www.gstcouncil.org/

https://ecotourism.org/

https://www.fairunterwegs.org/

https://www.unwto.org

 

 

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